Imkern in der Stadt ist den letzten Jahren recht populär geworden. Aufgrund der geringeren Schadstoffbelastung und einem vielfältigeren Angebot ha­ben die Bienen oft gute Bedingungen. Bei uns im Chon-Jie-In Haus stehen sie auf einem Teil unseres Daches, das auch vor Regen geschützt ist. So­bald die Sonne aufgeht und auf die Bienenkiste scheint, geht es los. Die Bienen schwärmen aus und erreichen so die vielen Parks und Bäume in der Umgebung. Aufgrund des warmen Wetters schon im Frühjahr war das erste Volk so stark entwickelt, dass schon Ende April ein Schwarm ausziehen wollte.

Wenn das Volk zu groß wird, bereiten die Arbeiterinnen Zellen mit neuen Königinnen vor und die alte Königin verlässt mit einem Teil des Volkes den Stock. Bevor sie in möglichst großer Entfernung von dem alten Stock ziehen, sammeln sie sich aber in der Nähe. Dies ist eine Gelegenheit sie einzufangen.

Eigentlich sollte Jörg dafür zuständig sein, doch als es im letzten Jahr soweit war, befand er sich auf Dienstreise. So kam es, dass ich in den Baum klettern musste. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, mit einigen 1.000 Bienen zusammen im Baum zu hängen und zu versuchen, den Schwarm in eine Kiste zu pa­cken. Irgendwie hat es doch geklappt! Inzwischen haben wir also zwei Völker. Das nächste Abenteuer war dann die Honigernte Ende Juli! Um den Bienen gute Lebensbedingungen zu bieten, wird, nicht wie sonst üblich, der ganze Honig entnommen, sondern nur ein Teil entfernt. Immerhin waren dies fast 12 kg! Die Waben voller Honig wurden gestampft und dann der Honig ausgefiltert. Jetzt gibt es ihn bei uns im Cafe.

Meist sind die Bienen recht friedlich. Von den Besuchern unseres Hauses wurde noch niemand gestochen. Doch beim Hantieren mit den Bienen bekommt man schon was ab. Durch die Bienen werden auch Hornissen, Wespen, sowie zahlreiche Vögel ans Haus gelockt. Ihre große Zahl mit ihrem wohl geordnetem Gemeinschafts­leben wirkt schon sehr kraftvoll und es ist schön dies zu sehen und zu spüren.